Flückiger-Standard bei K1R
Unsere Praxiserfahrung zeigt, dass die Haftung auf werkseitigen Grundierungen je nach Hersteller unterschiedlich ist. Bei einzelnen K1R-Bauteilen sind Haftungsprobleme aufgetreten, während andere werkseitige Grundierungen eine einwandfreie Haftung ermöglichen.
Aus diesem Grund gilt bei uns:
Solange die zuverlässige Haftung einer werkseitigen Grundierung nicht durch eigene Erfahrung oder Prüfung bestätigt ist, wird bei K1R-Bauteilen standardmässig eine zusätzliche geeignete 2K-Primerschicht bzw. ein Nass-in-Nass-Füller appliziert.
Wir arbeiten dabei nach dem Ausschlussprinzip: Erst wenn wir die werkseitige Grundierung aufgrund eigener Prüfungen und Erfahrungen als zuverlässig beurteilen können, verzichten wir auf die zusätzliche Schicht.
Aktueller Stand:
- Volkswagen Konzernmarken: keine zusätzliche Primerschicht. Eigene Prüfungen haben eine einwandfreie Haftung bestätigt.
- BMW: keine zusätzliche Primerschicht. Eine ausgeführte Lackierung wurde mittels Gitterschnittprüfung nach DIN geprüft; die Haftung war einwandfrei.
- Weitere Hersteller: zusätzliche Primerschicht, solange die werkseitige Grundierung nicht entsprechend geprüft und positiv beurteilt wurde. Die Prüfung wird fortlaufend auf weitere Hersteller und Bauteile ausgeweitet.
Bisher zeigt sich als praktische Beobachtung, dass eher dünn bzw. matt erscheinende werkseitige Grundierungen weniger anfällig für Haftungsprobleme sind, während stärker geschlossene bzw. «fetter» wirkende Grundierungen problematischer sein können. Diese Beobachtung dient derzeit lediglich als Hinweis und nicht als alleiniges Beurteilungskriterium.
Stossstangen mit Radar
Bei Stossstangen mit Radarsensoren werden die jeweiligen Herstellervorgaben zu Lackaufbau und zulässiger Schichtstärke eingehalten.
Ist im Radarbereich eine zusätzliche Schicht nicht zulässig, wird ausschliesslich im definierten Radarbereich darauf verzichtet. Die übrige Stossstange wird nach dem oben beschriebenen Standard behandelt.
Verantwortung für das Reparaturverfahren
Die Flückiger AG legt als ausführender Reparaturbetrieb den erforderlichen Lackaufbau fest. Massgebend sind Herstellervorgaben, das eingesetzte Lacksystem, unsere fachliche Erfahrung sowie eigene Prüfungen.
Wir tragen die Verantwortung für die fachgerechte Ausführung und stehen für die Qualität und Gewährleistung der Reparatur ein. Entsprechend entscheiden wir auch, welche Arbeitsschritte zur Sicherstellung einer dauerhaft einwandfreien Lackierung erforderlich sind.
Ziel ist, die ursprüngliche Qualität des Fahrzeugs hinsichtlich Optik, Haftung und Dauerhaftigkeit möglichst wiederherzustellen.
Bild 1+2: Gitterschnitttest nach DIN bei BMW Ersatzteil
Bild 3: Die neue Stossstange wurde durch einen ausgewiesenen Fachbetrieb (grosser K+L Betrieb eines Markenhandelsbetriebes) lackiert. Es erfolgte keine Applikation einer 2-K Zwischenschicht. Die Adhäsion ist ungenügend.